ESV Aktuell

Inteviewreihe "Der ESV, ein Verein für euch"

Diesmal mit unserem Torhüter Nizar Khefifi

Nach langer Zeit präsentieren wir euch wieder unsere Interviewreihe und nutzen die Spielfreie Woche für Interessante Einblicke zu einem unserer Spieler.

Aus der Reihe "Der ESV, ein Verein für euch" präsentieren wir euch ein Interview unseres Torhüters Nizar Khefifi.
Ein Spieler der zwar noch nicht so lange beim ESV spielt, aber die Torhütereigenschaften wie Ehrgeiz, klare Ansagen und hohe Motivation vereint.

 

Redaktion: Als Torwart bist du quasi Einzelkämpfer auf deiner Position, was macht für dich den Reiz im Tor zu stehen aus?

 

Nizar: Wie glaube ich fast jeder Fußballer begann ich im Feld, ins Tor kam ich glaube ich in der E-Jugend als sich unser Torwart verletzt hat. Ich hab mich von Beginn an sehr gut in dieser neuen individuellen Rolle gefühlt, heute übrigens immer noch. Der Reiz liegt darin, dass man sich auf dieser Position überhaupt keine Fehler erlauben darf, man muss immer Wach sein und antizipieren, denn selbst in einem Testspiel ist mein Anspruch zu null zu spielen. Und natürlich auch aus einer Ausnahme-Position der Mannschaft helfen zu können und spiele positiv zu entscheiden.

 

Redaktion: Viele Torhüter haben große Vorbilder, wie z.B. einen Typ Oli Kahn der immer laut war oder einen mitspielenden Manuel Neuer.
Hast du ebenfalls ein Vorbild und wenn ja warum gerade dieses?

 

Nizar: Nicht nur eins. Es gibt und gab im Fußball sehr sehr ausgewöhnliche Torhüter, für mich persönlich steht aber für immer einer an der Spitze: Iker Casillas. Ein Torhüter der außergewöhnliche Reflexe hat und eine unbeschreibliche Ruhe ausstrahlt, bei dem ich auch hoffe aufgrund der aktuellen Ereignisse ihn bald wieder auf dem Fußballfeld sehen zu dürfen. Hinter San Iker würde ich aufjedenfall Oliver Kahn setzen, sein Wille und die Leidenschaft alles für den Sieg zu tun sind Eigenschaften die ich mir selber auch teilweise angeeignet habe. Im modernen Fußball mit mitspielenden Torhütern ist momentan kein Torhüter kompletter als Marc-André Ter Stegen, dessen Ballkontrolle für mich als gerne mitspielenden Torwart ein Vorbild ist.

 

Redaktion: Du gehörst eher zu den Paradiesvögel im Team, was nicht nur an deiner Lockenpracht liegt, sondern auch an deinem speziellen Namen.
Wie lautet der Name und erklär uns wie dieser zustande kam. Erzähl uns etwas über dich und deine Tunesische Herkunft.

 

Nizar: Mein Name ist nicht speziell, er ist selten. Was auch seiner Bedeutung entspricht, also zumindest die von Nizar. Mein kompletter Familienname würde leider den Umfang dieses Interviews sprengen dementsprechend kann ich damit leider nicht dienen. Über mich gibt es nicht viel zu erzählen, meine Mutter ist Deutsche und mein Vater ist Tunesier. Der größte Teil meiner Familie lebt in Tunesien und so ist es immer schön dort zu sein und sich zu erholen und reichlich von Omas Couscous zu essen. Ich bin sehr froh, dass ich mit zwei Kulturen, unterschiedlichen Religionen, mehreren Sprachen und viel Herzlichkeit aufgewachsen bin.

 

Redaktion: Du warst quasi schon immer Torhüter, dennoch hast du dich in deinem ersten Jahr beim ESV als Spieler versucht. Wieso die Rückkehr ins Tor? Und wie kam es zu deinem Wechsel zum ESV Opladen?

 

Nizar: Ganz einfach, ich wollte der Mannschaft und dem Verein bestmöglich zum Erfolg verhelfen. Da waren meine Qualitäten als Torhüter mehr gefragt als die im Feld, man merkt ja auch selber wo man sich am wohlsten fühlt; bei mir ist das definitiv im Tor. Nach jetzt beinahe 16 Jahren Fußball ist der ESV erst mein 3. Club, ein Hauptgrund für den Wechsel waren die guten Gespräche mit Wissam Arabi, den ich sowohl als Trainer und auch privat schätze. Da wir auch eine ähnliche Spiel-Philosophie haben kam ich zum Verein und lernte das familiäre Umfeld schnell zu schätzen

Redaktion: Trainer Wissam Arabi beschreibt dich als ehrgeizigen Spieler, mit Spielverständnis und Spielintelligenz. Wo siehst du deine Stärken und in welchen bereichen kannst du dich noch verbessern?

 

Nizar: Mit Sicherheit schon in den oben genannten Attributen liegen meine Stärken, vielleicht noch das ich eine gewisse Ruhe ausstrahle. Sofern ich fit bin, bin ich zumindest in meinem Kopf unschlagbar. Im Tor liegen meine Stärken im Eins-gegen-Eins und meine Reflexe sind nicht die schlechtesten. Ich könnte von Zeit zu Zeit definitiv noch ruhiger sein und mich nicht immer von meinem tunesischen Temperament leiten lassen. Außerdem möchte mein Positionsspiel auf dem ganzen Fußballfeld verbessern, dies geht aber nur über Spielpraxis.

 

Redaktion: Obwohl du nicht in Leverkusen wohnst bist du dem ESV treu geblieben, was hat deine Entscheidung beeinflusst und wie siehst du die Mannschaft?

 

Nizar: Wie schon oben angesprochen meine Beziehung zum Trainer, der immer ein offenes Ohr für uns hat, war ein Grund. Grade wenn man studiert, arbeitet und noch ein privat Leben hat ist es von Vorteil, wenn man in einen Verein spielt der Verständnis für einen hat. Trotz dem ein oder anderen Interesse anderer Vereine habe ich glaube ich die beste Wahl getroffen und freue mich auf die nächste Saison. Die Mannschaft ist ein bunter Haufen. Manchmal gibt es Diskussionen und Streit, was ja auch normal ist, jedoch habe ich das Gefühl das der Respekt voreinander immer vorhanden ist. Die Chemie im Team ist gut und ich fühle mich sehr wohl, sonst würde ich nicht bleiben.

 

Redaktion: Ihr steht mit dem Team auf Platz 1 und habt den Aufstieg in der eigenen Hand. Wie siehst du die Saison aus deiner Sicht und aus Sicht des Teams?

 

Nizar: Ich musste leider aufgrund einer Operation große Teile der Saison vom Spielfeldrand betrachten, dennoch habe ich versucht meinen Teil dazu beizutragen am Ende steht der kollektive Erfolg. Persönlich kann ich natürlich nicht zufrieden sein, da ich meine Position als Nummer Eins verloren habe und somit nur einige Spiele absolvieren konnte. Die Mannschafft hätte aufgrund ihrer individuellen Qualität schon viel früher für eine Entscheidung in der Tabelle sorgen können. Aber wir haben alles in eigener Hand und sind willig diese letzten Schritte zu machen um am Ende auf dem 1. Tabellenplatz zu stehen.

 

Redaktion: Schauen wir gemeinsam in die kommende Saison, was für Ziele hast du persönlich und welche möchtest du mit dem ESV erreichen?

 

Nizar: Für mich ist das aller wichtigste Gesund und verletzungsfrei zu bleiben, am besten für die ganze Saison. Andere Ziele rücken da eher in den Hintergrund natürlich möchte ich viel Spielpraxis sammeln und so viele Spiele wie möglich zu null spielen. Als Aufsteiger kann es erstmal nur unser Ziel sein uns in der B-Liga zu halten, wozu wir aber definitiv in der Lage sind wenn wir unsere Stärken ausspielen. Wir sind in den letzten beiden Jahren immer relativ früh im Pokal ausgeschieden und ich wünsche mir, dass wir es mal über mehrere Pokalrunden hinaus schaffen. Einfach den Fußball spielen den wir spielen können um den Verein und den Vorstand gut zu repräsentieren und auch etwas zurück zu geben.

 

Redaktion: Wir danken dir für deine offenen Worte und für den Einblick in die Welt eines Torhüters. WIr freuen uns dass du Teil unseres bunten Haufens bist und dein Ehrgeiz in jedem Spiel zeigt auch deine liebe zu diesem Sport. Wir freuen uns auf dich in der neuen Saison und wünschen dir viel Spaß und Erfolg im Team und ebenso persönlichen Erfolg. Aber vorallem viel Gesundheit und das du deine Familie in Tunesien weiterhin Stolz machst.

 

Endspurt in der Saison

Beim Tabellensechsten BSC Union Solingen II konnte man sich dank geschlossener Mannschaftsleistung gegen einen an diesem Tag ungefährlichen Gegner mit 4:0 aus Sicht von Schwarz-Weiß durchsetzen.

 

Das in der darauffolgenden Woche angesetzte Spiel gegen die Sportfreunde Baumberg wurde kurzfristig seitens Baumberg abgesagt.

 

Am Sonntag, den 28.04. beginnt die heißeste Phase der Saison. In einem "6-Punkte-Spiel" trifft die #Eisenbahner11 auf heimischer Asche auf den aktuellen Tabellenvierten Ditib Solingen II und kann mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Aufstieg machen.

 

Spielbeginn ist um 11.15 Uhr an der Robert-Blum-Straße.